In der Vergangenheit bestand die Aufgabe der Gymnasien darin, grundsoliden Fachunterricht zu leisten. Erzieherische Aufgaben, das Soziale Lernen spielten eine geringe Rolle. Angesichts des heutigen gesellschaftlichen Umfelds ist dieses Konzept zum Scheitern verurteilt. Deshalb möchte das Gymnasium Oesede in der Zukunft dem Sozialen Lernen eine größere Bedeutung einräumen und ist dabei ein entsprechendes Konzept zu entwickeln.
Soziales Lernen in den Klassen 5 und 6
Fahrten in Klasse 5
Die Fahrten in Klasse 5 sollten unter dem Thema Soziales Lernen stattfinden. Es werden Bildungshäuser ausgewählt, in denen sich Referenten befinden, die die entsprechenden Programme in Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern durchführen können.
Diese Klassenfahrten sollen am des Ende des ersten Halbjahres stattfinden, da bis dahin die Klassen zusammen gewachsen sind und erste erkennbare Probleme bearbeitet werden können. Die Klassenstrukturen sind bis zu diesem Zeitpunkt hoffentlich noch nicht verfestigt, so dass es möglich sein dürfte, ungute Entwicklungen zu korrigieren.
Arbeitsgemeinschaft „Soziales Lernen“ in Klasse 5
Adressatengruppe: Schüler mit Interessen und Neigungen, die sich gerne auf die Erweiterung und eine erste Reflexion ihres sozialen Umfeldes und ihrer eigenen Stellung in der Gruppe einlassen, Mädchen und Jungen, Schüler aus allen Klassen, Dauer ein Halbjahr
Zielsetzung: Aktivierung und Erweiterung der sozialen Fähigkeiten unserer Schüler, die sie hoffentlich in ihren Klassen einbringen, um so zu einer Verringerung der Konflikte in den Klassen zu gelangen
Arbeitsgemeinschaft „Soziales Lernen“ in Klasse 6
Adressatengruppe: Schüler, die in ihren Klassen durch Defizite im Sozialverhalten auffallen und die im Förderunterricht die Chance erhalten sollen, ihr Verhaltensrepertoire zu erweitern
Zielsetzung: Schülern und Eltern soll durch den Förderunterricht in einem ersten Schritt das Bewusstsein vermittelt werden, dass in einem längeren Prozess von Erziehung und Begleitung Defizite im Sozialverhalten ausgeglichen werden müssen. Bei gravierenden Defiziten ist die Zusammenarbeit mit Beratungslehrer, Beratungsstellen, Therapeuten zu suchen.
Chr. Geffert, B. Heimann
Soziales Lernen in den Jahrgängen 10 - 13
Das Gymnasium Oesede bietet seinen Schülerinnen und Schülern zwei Projekte zum sozialen Lernen an, das Soziale Seminar in der Jahrgangsstufe 10 und „ Balu und Du“ in den Jahrgangsstufen 12 und 13. Interessierten bietet sich hier die Möglichkeit, ihre sozialen Kompetenzen in erheblichem Umfang zu erweitern.
Das Soziale Seminar im Jahrgang 10
Das Soziale Seminar der Diözese Osnabrück ist eine Einrichtung der politischen und sozialen Jugend- und Erwachsenenbildung in katholischer Trägerschaft. Durch seine Arbeit will das Soziale Seminar Orte des Dialogs schaffen, Positionen und Optionen christlicher Sozialverkündigung und -ethik ins Gespräch bringen und zu Engagement für eine lebensfördernde Gesellschaft ermutigen.
Soziales Seminar für Jugendliche - was ist das?
Soziale Seminare für Jugendliche sind ein Angebot an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10, sich auf eine sehr lebendige Art und Weise in der eigenen Freizeit mit sozialen Fragen, Politik und eigener Lebensgestaltung auseinanderzusetzen - nicht nur durch Reden, sondern auch z.B. durch Begegnungen, eigenes Erkunden oder Aktionen. Etwa ein Jahr lang treffen sich die Gruppen regelmäßig, entweder wöchentlich oder in größeren Abständen an mehreren Tagen. Veranstalter ist das Soziale Seminar der Diözese Osnabrück, eine Einrichtung der politischen und sozialen Erwachsenen- und Jugendbildung.
Wozu solche Seminare?
Ganz selbstverständlich ist das nicht: Menschen interessieren sich für die soziale Nöte anderer um sie herum, opfern Freizeit, um politisch für mehr Gerechtigkeit oder die Bewahrung der Schöpfung zu kämpfen, sehen Engagement für andere, für mehr Menschlichkeit in der Welt als wichtige persönliche Aufgabe in ihrem Leben. Darum wollen Soziale Seminare
- soziale Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein fördern
- Wertmaßstäbe - insbesondere christliche - fürs eigene und fürs gesellschaftliche Leben entdecken und klären helfen
- die Lebenssituation anderer Menschen, insbesondere Benachteiligter, näher bringen
- zu eigenem gesellschaftlichen Engagement ermutigen
Welche Inhalte kommen vor?
Solche Themen kommen vor:
- Liebe, Freundschaft, Partnerschaft
- Menschen am Rande unserer Gesellschaft (z.B. Behinderte, Wohnungslose, straffällig Gewordene)
- Maßstäbe für das eigene Leben: Selbstbilder, Lebensziele...
- Welche Maßstäbe zur Gesellschaftsgestaltung?
- So was Ungerechtes! - Politik, Wirtschaft und Gerechtigkeitsfragen an aktuellen Beispielen
Im Rahmen bestimmter Vorgaben bestimmen die Gruppen selber, mit welchen Themen genau sie sich befassen.
Wie wird da gearbeitet?
Besonders solche Arbeitsformen kommen zum Zuge, bei denen die Jugendlichen selbsttätig sind, aktiv miteinander das Seminar mit planen, soziale Wirklichkeit im Gespräch vor Ort oder durch eigene Aktionen kennen lernen: Das kann z.B. an einem Wochenende in einer Strafanstalt das Gespräch mit Gefangenen und Bediensteten im Rahmen einer Seminarreihe zum Thema Straffälligkeit sein - oder auch für eine bestimmte Zeit die Übernahme einfacher Dienste in einer Einrichtung für Wohnungslose. Viele Seminare machen im Rahmen ihrer Treffen - meist in den letzten Monaten - ein Projekt, bei dem sie Ziele, Inhalte und Methoden ihrer Arbeit selber bestimmen. Am Ende des Seminars steht eine gemeinsame Abschlussfeier aller Gruppen, die sich an den verschiedenen Orten ein Jahr lang getroffen haben. Die Teilnahme am Seminar wird in einem Zertifikat bescheinigt.
Und wie läuft das organisatorisch?
Die Seminartreffen finden entweder wöchentlich im Anschluss an die Schule statt und dauern dann meist eineinhalb Stunden. Hinzu kommt dabei das ein oder andere gemeinsame Wochenende. Oder: Die jeweilige Gruppe trifft sind lediglich an Samstagen und Wochenenden. Die dritte Möglichkeit: Die Seminare laufen als Mischung aus regelmäßigen Treffen nach der Schule und längeren Treffen an Samstagen und Wochenenden.
Sie finden in Kooperation zwischen dem Gymnasium Oesede und dem Sozialen Seminar statt.
Die Teilnehmenden zahlen - außer für die Wochenendveranstaltungen - keine Seminargebühr.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.sozialesseminar.de
Christoph Geffert