Petra Pieper

Hagener Marktbote 30.10.2008
Blickpunkt 06.11.2008

Lichtblick in Aprikot: Mensa und zwölf neue Klassenräume eingeweiht

Gymnasium Oesede nach 40 Jahren umfassend erweitert

Es hätte auch eine Geburtstagsfeier sein können, denn vor gut 40 Jahren, im August 1968, wurde das Gymnasium Oesede neu gegründet, das jetzt im Zuge der „Landkreis-Bildungsoffensive 2008“ eine Mensa mit 150 Sitzplätzen, einen zweigeschossigen Anbau mit insgesamt zwölf neuen Klassenräumen sowie zwei zusätzliche naturwissenschaftliche Fachräume bekam. In Rekord-Planungs- und Bauzeit von kaum sieben Monaten waren die neuen Räumlichkeiten pünktlich zu Beginn des Schuljahres Mitte August bezugsfertig geworden, nun fand am 27. Oktober die offizielle Einweihung statt.
Für die „beeindruckende Schnelligkeit und Logistik“ der bauausführenden Firmen fand Schulleiter Bruno Schneider ebenso herzliche Worte des Dankes wie für die Entscheidung des Kreistages und Landkreises als Schulträger, die zur Zeit noch mit einer Außenstelle versehene Schule „an einem Standort“ zu stärken, schließlich für Eltern und Lehrer, die „gründlich zum Bauvorhaben beigetragen“ hatten. Den Lehrenden und Lernenden wünschte Schneider „viel Freude am Lernen in den neuen und auch in den alten Räumen“. 
Nach der Abschaffung der Orientierungsstufen 2004 sei der „Run“ auf die Gymnasien viel stärker und länger anhaltend gewesen als erwartet, hielt Landrat Manfred Hugo kurz Rückschau. Weil mehr Schülerinnen und Schüler als prognostiziert an Gymnasien angemeldet würden und auch erfolgreich seien, habe der Landkreis in einer einmaligen Bildungsoffensive mit einem Kostenaufwand von insgesamt 15,6 Millionen Euro sechs Schulen, darunter für 2,75 Millionen das Gymnasium in Georgsmarienhütte, gründlich erweitert. Vor der Schulreform besuchten 935 Schülerinnen und Schüler das Gymnasium Oesede, heute sind es 1475. Durch den neuen Anbau konnten bereits die sechsten Klassen aus der drei Kilometer entfernten Außenstelle Overbergschule in das Hauptgebäude umziehen. Wenn 2010/11 nach einem doppelten Abiturjahrgang der 13. Jahrgang entfalle, so Hugo, könnten auch die bis dahin noch in der Außenstelle unterrichteten 5. Klassen an den Carl Stahmer-Weg umziehen. Dank sprach der Landrat der Firma Züblin AG aus, die maßgeblichen Anteil am „just in time“-Erfolg der Bauprojekte hatte, sowie den anderen bauausführenden Firmen aus der Region. Dem Schulleiter dankte Hugo nicht nur für seinen Einsatz im Rahmen des Bauprojekts, sondern für seine insgesamt elfjährige Tätigkeit in Oesede. „Wenn Sie im Dezember an das Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien nach Osnabrück wechseln, verliert die Schule eine Persönlichkeit mit besonderen Führungsqualitäten.“ Schneider habe stets um die „beste und begabungsgerechte Bildung der Schüler“ gerungen und alle am Bildungsprozess Beteiligten konstruktiv miteingebunden.

Aus der Sicht der Lehrer und Schüler stellt sich das neue Gebäude als „Lichtblick in Aprikot“ vor. Als im März die Bagger angerollt und Baulärm sowie Parkplatznot tägliche Begleiter gewesen seien, habe man im Lehrerzimmer Wetten abgeschlossen, ob denn das Bauvorhaben in so kurzer Zeit gelingen könne, berichteten Kathrin Jahnke und Marc Rappmund. Heut freue man sich über die hellen neuen Klassenzimmer und die Mensa, die bereits ein beliebter Schülertreffpunkt geworden sei. Dass die neuen Räume auch „Raum für Bildung und Visionen“ geben mögen, war, neben ganz konkreten weiteren Verbesserungsvorschlägen, der Wunsch der Lehrer. Eine solche Vision entwickelten anschließend die Schülervertreterinnen Alina und Grete, die das schöne Bild eines harmonischen, lehrreichen und gerechten Schultags entwarfen. „Dieser Schultag ist nicht unrealistisch, wenn jeder den anderen so behandelt, wie er selbst behandelt werden möchte“, schrieben die angehenden Abiturientinnen ihren Mitschülern und Lehrern ins Stammbuch.
Mit einem Besichtigungs-Rundgang durch den Neubau und einem Imbiss in der Mensa endete der Festakt.
PeP


Gemeinsam den „Schlüssel des Erfolgs“ geschmiedet (von links): Dipl.Bau-Ing. Peter Gäbler von der Züblin AG übergab den symbolischen Schlüssel an Landrat Manfred Hugo, der ihn an Schulleiter Bruno Schneider weiterreichte.


Probesitzen im neuen Klassenzimmer: Landrat Manfred Hugo (sitzend) und mit ihm viele Abgeordnete aus Kreistag und Stadtrat, Verwaltungs- und Baufachleute, Pastöre, Lehrer und Eltern machten sich ein Bild von den neuen Räumen.


Mit feurigen Rhythmen aus Brahms’ Ungarischem Tanz Nr. 5 oder zwei argentinischen Tangos gab das Schulorchester unter der Leitung von Christina Klein Einblick in die gute musikalische Arbeit am Gymnasium Oesede und der Festfreude überzeugenden Ausdruck.


Als „Lichtblick in Aprikot“ bezeichneten die Lehrer den neuen Anbau des Gymnasiums Oesede.


Hell und mit einem weiten Ausblick auf den nahen Wald ausgestattet, lädt die neue Mensa zur Erholung und Stärkung während der Pausen und zum Mittagessen ein.


Auch viele ehemalige Lehrerkollegen trafen sich aus Anlass der Einweihungsfeier und erinnerten an die Gründung der Schule vor 40 Jahren. Von links: Leonore August, Sybille Eggert, Franz Lindemann, Elsbeth Schöpper-Südbeck, Heinz Lunte.

Artikel Neue -OZ vom 24. April 2007 zum Thema: Anbau für unser Gymnasium

Zwölf Millionen Euro für die Schulen

ra Osnabrück.
Der Landkreis Osnabrück plant eine millionenschwere Bildungsoffensive: In diesem und im nächsten Jahr sollen fast zwölf Millionen Euro in den Ausbau von sechs Schulen investiert werden.

Der Kreistag muss über den Vorschlag der Verwaltung zwar noch endgültig entscheiden, die CDU/FDP/UWG-Mehrheitsgruppe im Kreistag hat in ihrer jüngsten Sitzung am Freitagabend aber bereits grünes Licht gegeben. Über die Pläne informiert wurde auch SPD-Fraktionschef Rainer Spiering.

"Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt und wollen die optimale Ausstattung unserer Schulen und Berufsschulen auch für die Zukunft sicherstellen", kommentierte Landrat Manfred Hugo gestern die Millioneninvestitionen. Und der Erste Kreisrat Reinhold Kassing ergänzte: "Eine solche Offensive hat es noch nie gegeben. Wir wollen an sechs Schulen gleichzeitig bauen und mit allen Arbeiten schon zum Ende der Sommerferien 2008 fertig sein." Finanziert werden soll all dies ohne eine Neuverschuldung im Etat für 2008. Die Sparsamkeit der vergangenen Jahre habe diese neu gewonnene finanzielle Handlungsfreiheit ermöglicht, hieß es. Verwirklicht werden sollen alle sechs Bauprojekte im Landkreis über eine so genannte Public Private Partnership (Finanzierung mit öffentlichen und privaten Geldern).

Der Landkreis entspricht mit den Millioneninvestitionen der enormen Nachfrage nach zusätzlichen Räumen in den Schulen. Kreisrat Winfried Wilkens dazu: "Wir haben analysiert, dass mehr Eltern als erwartet ihre Kinder an Gymnasien anmelden und die Kinder dort erfolgreich sind. Deshalb brauchen unsere Gymnasien mehr Platz." Der Wegfall der Orientierungsstufen hat für zusätzlichen Druck gesorgt. Außerdem haben sich die Schülerzahlen anders entwickelt als noch 2003 prognostiziert. Allein an den Gymnasien in Melle, Bramsche und GMHütte werden es insgesamt 600 Schüler mehr als vor vier Jahren erwartet. Und auch die Berufsschulen des Landkreises sind nach Wilkens' Worten in der Zukunft noch stärker gefragt, was erhebliche Investitionen erforderlich mache.

Folgende Baumaßnahmen an sechs Schulen des Landkreises sind geplant:
Das Hauptgebäude des Gymnasiums Oesede wird um einen Trakt mit 14 Unterrichtsräumen erweitert. Die Kosten werden auf 2,7 Millionen Euro geschätzt.

Am Gymnasium Melle wird im Bereich des derzeitigen Parkplatzes angebaut. Dort entstehen für 2,7 Millionen Euro zehn neue Unterrichtsräume.

An den Berufsbildenden Schulen Osnabrück-Brinkstraße soll die vorhandene kleine Sporthalle saniert und auf dem jetzigen Sportplatz nebenan eine neue Drei-Feld-Halle entstehen. Die Kosten werden auf bis zu drei Millionen Euro geschätzt.

Am Gymnasium Bramsche wird der bestehende Verwaltungstrakt umgebaut und um eine Etage aufgestockt. Dort entstehen für eine Million Euro neue Funktions- und Unterrichtsräume.

An der Integrierten Gesamtschule Fürstenau wird unter Beteiligung der Stadt Fürstenau die vorhandene Sporthalle für rund zwei Millionen Euro vollständig saniert.

Im Artland-Gymnasium Quakenbrück soll die Nutzfläche der bestehenden Cafeteria auf etwa 150 Quadratmeter verdoppelt werden, da der Nachmittagsunterricht stark zugenommen hat und die Schüler ein ausreichendes Versorgungsangebot erhalten sollen. Die Kosten sind mit 250000 Euro veranschlagt.